Ob ein Elektroauto im Alltag Freude macht, entscheidet sich nicht an der Ladesäule auf der Autobahn, sondern zuhause. Der weitaus größte Teil aller Ladevorgänge findet dort oder beim Arbeitgeber statt. Deshalb fangen wir in der Beratung immer mit dem Stellplatz an.
Zuhause: Wallbox statt Steckdose
Eine Haushaltssteckdose ist für den Notfall gedacht, nicht für den Dauerbetrieb. Eine Wallbox mit 11 kW lädt einen Q4 e-tron oder Q6 e-tron über Nacht voll und muss beim Netzbetreiber angemeldet werden. In Eigentümergemeinschaften haben Sie inzwischen einen Rechtsanspruch auf eine Lademöglichkeit, die Abstimmung mit der Hausverwaltung kostet aber Zeit — fangen Sie früh damit an.
Wer eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, kann tagsüber mit eigenem Strom laden. Die e-tron-Modelle lassen sich über die App so steuern, dass sie erst laden, wenn der Strom günstig oder die Sonne stark ist.
Unterwegs: Schnellladen an den Hauptachsen
An A8, A9, A3, A92 und A96 gibt es inzwischen dichte Schnellladeangebote. Wie schnell es geht, hängt vom Auto ab: Ein A6 e-tron oder Q6 e-tron mit 800-Volt-Technik lädt mit bis zu 270 kW und holt in zehn Minuten 265 bis 310 Kilometer Reichweite. Ein e-tron GT schafft sogar bis zu 320 kW. Beim Q4 e-tron sind es bis zu 185 kW.
- Vorkonditionieren: Wer die Ladesäule im Navi als Ziel eingibt, bringt die Batterie auf Temperatur — im Winter ein großer Unterschied.
- Zwischen 10 und 80 Prozent laden: Darüber wird es langsamer; zwei kurze Stopps sind oft schneller als ein langer.
- Ladetarif vergleichen: Ad-hoc-Laden mit Karte ist teurer als ein Vertragstarif — für Vielfahrer lohnt sich ein Abo.
Im Winter und in den Bergen
Kälte kostet Reichweite, Bergab fahren bringt welche zurück. Auf dem Weg von Garmisch nach München lädt ein Elektroauto durch Rekuperation spürbar nach. Rechnen Sie im Winter mit 20 bis 30 Prozent weniger Reichweite als im WLTP-Wert — bei den großen Batterien der aktuellen Audi Modelle ist das selten ein Problem.
Ohne eigenen Stellplatz?
Dann wird es knifflig. Wer in München, Nürnberg oder Regensburg in der Innenstadt ohne Garage wohnt und nicht beim Arbeitgeber laden kann, sollte ehrlich prüfen, wie oft er an öffentliche Säulen kommt. Ein sparsamer A2 e-tron mit bis zu 646 Kilometern Reichweite kommt mit einem Ladestopp pro Woche aus — für manche passt das, für andere nicht. Wir rechnen das gern gemeinsam durch.

